Zweigkanal und Hafen Osnabrück
 
  Bereits 1882 forderten Bürger der Städte Osnabrück und Bramsche einen Anschluß an den geplanten Mittellandkanal. Im März 1906 wurden die ersten gründlichen Planungsunterlagen für den Bau eines Hafens in Osnabrück erstellt. Die Bauarbeiten begannen im Jahre 1912. Das Verwaltungsgebäude entstand 1914.
Mit dem Einlaufen des ersten Schiffes, dem Schleppkahn "Minden 52" der Weser-Schiffahrtsgesellschaft aus Minden am 03. April 1916, mittags gegen 12.00 Uhr galt der Zweigkanal als eröffnet. Besondere Feierlichkeiten sind wegen des Krieges nicht durchgeführt worden.
Nach den zu erwartenden Anlaufschwierigkeiten kam es ab 1931 zu einem ständig wachsenden Güterumschlag. Das zur Verfügung stehende Gelände wurde durch Firmenansiedlungen genutzt. Die Aufnahme des Bahnbetriebs erfolgte am 01.11.1915, und 1919 wurde der erste Lokschuppen gebaut.
 
Nach sechsjähriger Pause besteht seit dem 13. Mai 2007 wieder eine Personenschifffahrt auf dem Stichkanal. Das Fahrgastschiff "Lyra" unternimmt jeden Sonntag drei Fahrten (11, 14 und 16 Uhr); Frühstück, Getränke und am Nachmittag Kuchen werden angeboten. Die "Lyra" war vor ihrem Einsatz auf dem Stichkanal als "Irene" zwischen Basel und Straßburg im Einsatz. Das Schiff ist 1964 erbaut worden und damit für ein Schiff noch recht jung. Für 6,00 Euro (Erwachsene) kann die 7,5 km lange Fahrt bis zum Mittellandkanal unternommen werden. Als schwimmendes Café steht das Schiff täglich ab 10.00 Uhr bereit, wenn es nicht zu Sonderfahrten unterwegs ist. Buchungen sind jederzeit, z. B. bis Bad Essen möglich. Der Kapitän Wolfgang Bonfert nimmt diese unter Telefon 0174-4642401 gerne entgegen.
 


 

Die MS Lyra vor dem Beginn der Fahrt.
 

Eine Fahrt auf der MS Lyra vergnügt Jung und Alt.
 

Das schwimmende Café wird verlassen.
 

Ein Nachmittag auf dem Stichkanal geht zu Ende.


 

Das Motorschiff Saale am 16.05.1999 im Hafen.
 

Am östlichen Beckenrand enden die Schienen der Hafenbahn.
    Ein Blick auf das Hafenbecken von der Brücke Nr. 83 (Römereschstraße).
Rechts unten ist der Düker zu erkennen, mit dem die Nette unter dem Kanal hindurchgeführt wird.
    Die Schleuse Haste beim km 12,7 bildet praktisch den Abschluß des Hafenbeckens.
Der Wasserspiegel des Mittellandkanals liegt auf NN + 50,30m. Die Höhe des Hafens in Osnabrück beträgt NN + 59,80m. Der Höhenunterschied von 9,50m wird durch zwei Schleusen mit je 4,75m Höhenunterschied überwunden.
    Die Schleusen in Haste und Hollage sind baugleich zwischen 1913 und 1915 erbaut worden. Es sind Kammerschleusen mit einer Nutzlänge von 85 Metern. Die Breite beträgt 10 Meter. 4.300 m³ Wasser füllen die Kammern. An der östlichen Ausfahrt befindet sich ein Klapptor. An der Seite zum Mittellandkanal ist ein Stemmtorpaar. Für die Füllung der Schleuse werden 12 Minuten benötigt.
    Noch überspannen auch alte Brücken den 25 Meter breiten Kanal. Auf dem Bild ist es die Brücke Nr. 75.
Die Leinepfade links und rechts des Kanals zählen zu beliebten Rad- und Fußwanderwegen.
    Das Tank-Motorschiff Elbetal aus Hamburg beim Verlassen der Schleuse Hollage auf der Fahrt nach Osnabrück am 01.06.1999.
    Das Wasser- und Schiffahrtsamt in Minden ist der Besitzer dieses Dienstfahrzeugs. Die Aufnahme zeigt die "Nette" am 17.06.1999 bei Hollage auf dem Zweigkanal.
 

Der Kanal wird für Wassersportarten unterschiedlicher Art genutzt.
 

Das Fahrgastschiff Klaus Störtebecker auf seiner Fahrt Richtung Mittellandkanal.
    Der Mittellandkanal mündet von links kommend in den Dortmund-Ems-Kanal ein.
Der Ems-Weser-Kanal, ein Teilstück des heutigen Mittellandkanals, zweigt in Bergeshövede bei Hörstel vom Dortmund-Ems-Kanal ab. Die 102 km lange Strecke bis Minden wurde 1915 dem Verkehr übergeben. Die 55 km bis Hannover folgten 1916. 1938 wurde die Elbe mit der Fertigstellung des Schiffshebewerks Rothensee bei Magdeburg erreicht.
    Die Schachtschleuse in Minden mit ihren markanten Türmen verbindet den Mittellandkanal mit der Weser. Sie überwindet 12,75 m Höhenunterschied zwischen Weser und Kanal. Die Kammerlänge beträgt 85 m. Die Kammerbreite beträgt 10 m. Der Mittellandkanal überquert die Weser mit einem Brückenbauwerk von 398 m Länge (neue Brücke).
    Vom Mittellandkanal zweigt links der Zweigkanal nach Osnabrück ab.


  Gesucht wird:
Für eine über diese Kurzvorstellung des Zweigkanal hinausgehende Publikation werden historische Aufnahmen, Postkarten, Pläne, Angaben zu den Schiffen und allgemeine Angaben aller Art gesucht.

Tel. 0541-51480, Fax 0541-51815, lhh@l-huelsmann.de
 
 

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